Wer
mitreden will, sollte sich vorher informieren – eine Grundregel menschlicher
Kommunikation. Leider wird sie, sobald es um die katholische Kirche geht, mit
großer Selbstverständlichkeit missachtet.
Die
katholische Kirche ist zuerst und zuletzt Anbetung Gottes, der brennende
Heiligkeit und Liebe ist. Alles andere dazwischen, Kirchengestalt, Moral und
Politik, sogar die Zuwendung zu den Armen und Marginalisierten, kommt von dort
und zielt dorthin. Wer den Daseinssinn der Kirche nicht kennt oder ihn ablehnt,
sollte über das andere nicht mitreden.
Nach
katholischem Glauben kann Gott von endlichen und sündigen Menschen nicht würdig
angebetet werden. Aber es gibt die Sakramente. Durch sie gliedert uns Jesus
Christus, der Sohn, in seine eigene Hingabe an den Vater ein. Durch sie
erhalten wir Anteil am Heiligen Geist; er betet in uns und durch uns. Wer von
Größe und Bedeutung der Sakramente nichts weiß oder sie ablehnt, sollte über
die Zulassungsbedingungen zum Weihesakrament nicht mitreden.
Wo
aktuell in der Öffentlichkeit über Zölibat und Frauenordination geredet wird,
geht es nie um die Anbetung Gottes, sondern immer um die Akzeptanzkriterien der
westlichen Gegenwartsgesellschaft. Diesen Kriterien kann eine Organisation,
deren Daseinssinn die Anbetung Gottes ist, niemals genügen – es sei denn
dadurch, dass sie sich einen anderen Daseinssinn gibt.
21.
Mai 2025
Peter
Gerloff