Schwarz, Rot, Gold

(„Maria, Maienkönigin“ (Mohr))

 

Der schwarze Tod, das rote Blut,
der goldne Schmuck der Hände,
die Trauer und die Liebesglut
und Treue ohne Ende:
das sind, Erinnerung und Stolz,
die alten Freiheitsfarben,
das Schwarz, das Rot, der Glanz des Golds,
für die so viele starben.

 

Nicht Kaiserreich, nicht Tyrannei
erwählten diese Fahne.
Denn sie verspricht: Ich mache frei,
ermutige und mahne.
Das erste Bürgerparlament,
die deutschen Republiken,
sie sind‘s, wovon dies Zeichen brennt,
damit sie heute glücken.

Von Freiheit, Einigkeit und Recht
erzählt die Dreigestreifte
und davon, wie der Fürstenknecht
die Fürstenschlösser schleifte.
Erhebt sie stolz und hisst sie hoch!
Nicht „Deutschland über alles“ –
„geliebtes Heimatland“ jedoch
als Teil des Erdenballes.

So segne, Gott, das deutsche Land,
wenn diese Farben wehen.
Das Kreuz, den Geist, die Schöpferhand
lass uns in ihnen sehen,
den Menschen als dein Ebenbild,
für deinen Anruf offen,
dem weltweit deine Liebe gilt,
wie wir sie hier erhoffen.