Neviges

(„Maria, breit den Mantel aus“)

 

Maria, lass uns Pilger ein!
Lass uns bei dir geborgen sein,
sooft im Dom vor deinem Bild
die Liebe Gottes uns erfüllt.


Schenk, Königin, den Frieden;
gib Hoffnung allen Müden!


Das alte fromme Andachtsblatt
zeigt uns die Schlange todesmatt,
darüber dich im Strahlenkranz,
im gottgeschenkten Unschuldsglanz.


Schenk, Königin…

Aus diesem Gnadenbild erwächst
der starke Lebensbaum. Du streckst
im Blätterwerk, das dich umspinnt,
den Arm behütend um dein Kind.

 

Schenk, Königin…

Und, Stirn an Wange, greift dein Sohn
mit seinem Kinderhändchen schon
nach deinem Finger. Unzertrennt
blüht Liebe, die den Schöpfer kennt.

 

Schenk, Königin…

Das Rückgrat dieser Liebe ist
das Kreuz, das kein Verstand ermisst,
das Opfer, von Gott selbst gebracht,
das uns zu Gotteskindern macht.

 

Schenk, Königin…

Hoch über allem ragt das Zelt;
ein Platz umgibt das Herz der Welt,
den Steintisch für das Sakrament,
die Stele, wo die Flamme brennt.

 

Schenk, Königin…

Maria, Friedenskönigin,
erneure uns nach Christi Sinn!
Verwandle, Rose, diese Welt
zum Dankgeschenk, das Gott gefällt.

 

Schenk, Königin…

 

 

 

 

Gebet auf der Rückseite des Gnadenbildes

(„Mein ganzes Herz erhebet dich“)

 

Heilige Mutter, Königin,
Maria, Tor zum Garten Eden,
Gruß dir, erhöhte Herrscherin,
Reinste im Herzen, Tun und Reden!
Von Adams Sündenlast befreit
nach Gottes mächtigem Befehle,
standest du ihm als Zelt bereit,
ganz jungfräulich an Leib und Seele.

 

Bitte für uns bei deinem Sohn!
Kein Mensch ist ihm wie du verbunden.
Du liebtest nicht für Dank und Lohn;
lass uns von Eigensucht gesunden!
Mach uns an Liebeswerken reich
und schütze uns vor Erdennöten,
bis wir, durch Jesu Blut dir gleich,
erlöst vor Gottes Antlitz treten.