Katholisch
(„My Way“)
Die Welt hält sich für klug,
für reif und frei von Illusionen.
Sie meint, sie hat genug
vom Selbstbetrug der Religionen.
Die Welt nennt Worte leer,
ganz unverbindlich und symbolisch.
Doch ich, ich stell mich quer.
Ich bleib katholisch.
Die Welt glaubt an das Nein,
und sie bekennt es streng dogmatisch.
Denn nichts darf sicher sein,
nichts ewig wahr, nichts fest und statisch.
Die Welt glaubt nur an sich,
oft stolzgeschwellt, oft melancholisch.
Doch ich verlasse mich
und bleib katholisch.
Ich denk zurück, wie es begann,
mit einem Kind, mit einem Mann,
mit einem Kreuz, mit einem Licht,
mit einem Mund, der machtvoll spricht.
Wer sich verlässt, den hält er fest.
Ich bleib katholisch.
Die Welt, in die er kam,
war zweifelvoll, enttäuscht und skeptisch,
genoss, was sie sich nahm,
auch wenn es töricht war und septisch,
den Rausch, den raschen Reiz,
oft blutgetränkt, oft alkoholisch.
Doch Heil ging aus vom Kreuz.
Ich bleib katholisch.
Und wenn es heut wie damals wär,
wenn selbst die Christenheit nicht mehr
der Wahrheit traut, die Christus ist,
die unser Tun und Lassen misst –
der Ruf des Herrn ist nie modern.
Ich bleib katholisch.