Ich fahre eine lahme alte Karre

(„Im Wagen vor mir“)

 

„Ich fahre eine lahme alte Karre,

ein schicker Flitzer zieht am mir vorbei.

Ich glaube, die da drinsitzt, ist zufrieden mit der Welt

und lebt komplett so, wie es ihr gefällt.

 

Die alte Karre kann ich nicht mehr leiden.

Ich hass es, wenn das Glück mich überholt.

Ich fahre in die Werkstatt, lass das Ding modernisiern,

mit mehr PS und Spoilern ausstaffiern.“

 

„Der Alte hat ‘ne stylische Maschine,

ich gäb was drum, wenn ich die steuern dürft,

gemächlich, ohne Stress und mit ‘nem Blick für die Natur

und eigenen Gedanken auf der Spur.

 

Der braucht vielleicht Geduld und wär gern schneller,

vielleicht beneidet er mich um mein Teil.

Ich dachte, als ich‘s kaufte, dass es cool und happy macht,

doch leider hab ich da ganz falsch gedacht.“

 

„Als Bischof sorge ich mich um die Schäfchen.

Ich will, dass meine Leute glücklich sind.

Ich schmeiß den alten Ballast, den jahrtausendalten Schrott

zum Müll und lehre ‘nen modernen Gott.“

 

„Sieh an, der Alte hat ein neues Auto!

Ganz niedlich, doch an meins kommt es nicht ‘ran.

Ich tret aufs Gaspedal, und wo er bleibt, ist mir egal,

denn solche Schlitten gibt‘s Millionen Mal.“

 

„Halt, halt! Ich hab was Tolles anzubieten!

Mein Wagen bringt dich schnell, wohin du willst.

Du sagst, du hast was Bessres und kommst ohne mich ans Ziel?

Dabei versprach ich mir davon so viel...“