Von den Engeln

(„Lobet den Herren“)

 

 

 

Dicimus grates tibi, summe rerum

Conditor, Gnato tua quod ministros

flammeos finxit manus Angelorum

agmina pura.

 

Qui tuae lucis radiis vibrantes

te vident laetis oculis, tuasque

hauriunt voces, sapientiaeque

fonte fruuntur.

 

Hos nec ignavum sinis esse vulgus,

nec per ingentes volitare frustra

aetheris tractus, temere nec inter

ludere ventos.

 

Sed iubes Christo comites adesse,

et pios coetus hominum tueri,

qui tuas leges venerantur, atque

discere curant.

 

Impiis ardens odiis et ira

nam tuis castris Draco semper infert

bella, qui primus scelus atque mortem

intulit orbi.

 

Hic domos, urbes, tua templa, gentes,

et tuae legis monumenta tota,

et bonos mores abolere tentat

funditus omnes.

 

Interim sed nos tegit Angelorum

quae ducem Christum sequitur, caterva,

atque grassantis reprimit cruenta

arma draconis.

 

Angeli Lothon Sodomae tuentur,

inter infestos Elisaeus hostes,

Angelis cinctus, nihil extimescit

bellica signa.

 

Tutus est inter medios leones

Angelis septus Daniel propheta.

Sic tegit semper Deus his ministris

omnia nostra.

 

Hoc tuum munus celebramus una,

et tibi noster chorus Angelique

gratias dicunt simul accinentes,

Conditor alme.

 

Et tuo templo vigiles ut addas

Angelos semper, populoque Gnati,

qui tuum verbum colit, obsecramus

pectore toto.

 

Philipp Melanchthon

 

Schöpfer der Welt, wir ehren deinen Namen.

Du gabst dem Sohn ein Heer aus Feuerflammen,

machtvolle Engel, die ihm ewig dienen,

und wirkst in ihnen.

 

Seligen Blicks, durchglüht von deinen Strahlen,

lauschen sie dir und deinen Worten allen,

dürfen vom Quell, da Sinn und Weisheit fließen,

schöpfend genießen.

 

Nicht ohne Ziel durcheilen sie die Welten,

hausen nicht müßig, Herr, in deinen Zelten,

kennen kein leeres Spielen gleich den Winden,

Tosen und Schwinden.

 

Sondern du heißt sie Jesu Werk begleiten

und seine Frommen sichre Wege leiten,

welche mit Wort und Taten danach streben,

in ihm zu leben.

 

Denn mit Gewalt, Empörung, Hass und Rache

schreckt und verwirrt dein Volk der alte Drache,

seit er die ersten Eltern so verführte,

dass Tod gebührte.

 

Er kämpft mit Lügen und gewitzten Listen

gegen die Eintracht und das Wohl der Christen,

flucht ihren Tempeln, Städten und Gesetzen,

Sitten und Schätzen.

 

Doch seine Meister sind die Engelscharen,

die uns beschützen, retten und bewahren.

Auf den Befehl des Herrn und seiner Wache

strauchelt der Drache.

 

Wie Lot in Sodom, wie Elijas Jünger

schützt du im Kampf die Heil- und Friedebringer.

Schutzengel, die bei Tag und Nacht nicht schlafen,

sind ihre Waffen.

 

Daniel schreckte nicht der Zorn der Götzen;

ihn konnten selbst die Löwen nicht verletzen.

Engel bestärken Christi treue Zeugen,

nie sich zu beugen.

 

Für solche Gnade danken wir mit Freude,

Engel und Menschen, und lobsingen beide,

schaffender Gott und Vater, deiner Klarheit,

Liebe und Wahrheit.

 

Send deinem Volk, dem allezeit bedrohten,

himmlische Warner, Helfer, Wächter, Boten,

damit wir Christi Weisung gläubig hören

und tätig ehren.

 

Peter Gerloff